Die ehe­ma­lige Robot­ron-Kan­tine, nahe des Deutschen Hygien­e­mu­se­ums, gehört für viele Dres­d­ner­in­nen und Dres­den­er zum Bild ihrer Stadt. Unklar ist nun, wie es weit­erge­hen soll mit dem Gebäude, das einst dem VEB Kom­bi­nat Robot­ron als Speis­esaal und kul­turelles Zen­trum diente und deren Abriss auf­grund der Ini­tia­tiv­en Ost­mod­ern und Industrie.Kultur.Ost vor­erst aus­ge­set­zt ist.

Wir gestal­ten Dres­den – Branchen­ver­band der Dres­d­ner Kul­tur- und Kreativwirtschaft (WGD) hat gemein­sam mit vie­len ver­schiede­nen Insti­tu­tio­nen und Ini­tia­tiv­en ein Konzept entwick­elt,  um bürg­er­nah Wis­senschaft, Wirtschaft und Kun­st mit Gesellschaft, Poli­tik und Ver­wal­tung in einen kon­struk­tiv­en Dia­log treten zu lassen: das Open Future Lab. Die Robot­ron-Kan­tine wäre dafür ein per­fek­ter Ort.

Zukun­ft Dres­dens 2030+

Dres­den will als Zukun­ftsstadt vor­ange­hen. Das äußert sich in vielfälti­gen Entwick­lun­gen und Pro­jek­ten der Stadt, Ini­tia­tiv­en oder Bünd­nis­sen, ob Smart City, die Zukun­ftsstad­tini­tia­tive 2030+ oder Dres­dens Bewer­bung als Kul­turhaupt­stadt 2025. Es sind dabei schon jet­zt wesentliche Impulse der Dres­d­ner Kultur‑, Forschungs- und Wirtschaft­s­land­schaft, die das Stadt­bild prä­gen und die den Charak­ter der säch­sis­chen Lan­deshaupt­stadt zwis­chen Tra­di­tion und Inno­va­tion ausmachen.

So gilt Dres­den nicht nur als ein­er der führen­den Kultur‑, son­dern auch Wis­senschafts­stan­dorte in Deutsch­land und weist die höch­ste Dichte an Forschung­sein­rich­tun­gen im Bun­des­ge­bi­et auf. Und auch als Wirtschafts- und Dien­stleis­tungs­stan­dort ste­ht Dres­den anderen Städten nicht nach. Viele Dres­d­ner­in­nen und Dres­d­ner ken­nen jedoch kaum die Inno­va­tio­nen und Errun­gen­schaften der Forschung­sein­rich­tun­gen und Unternehmen ihrer Stadt.

Ein offen­er Ort des Arbeit­ens und des Austauschs

Wis­senschaftliche Entwick­lun­gen, Gesellschaft­strends und Diskurskul­tur will das Open Future Lab bün­deln und in ein­er offe­nen Arbeits­form zusam­men­führen. Gedacht als Real­la­bor, also der direk­ten Zusam­men­führung von Forschung und Bevölkerung am Objekt, soll Wis­sen in die Gesellschaft hinein trans­feriert und sicht­bar gemacht wer­den. Das Open Future Lab gibt damit Anreize, neueste Entwick­lun­gen und Forschungstrends gemein­sam zu disku­tieren und in der All­t­agswelt zu erproben. Eben­so kön­nen sich Dres­d­ner­in­nen und Dres­d­ner selb­st mit eige­nen Ideen ein­brin­gen, Pro­jek­te anre­gen und umset­zen. Sel­biges gilt für Unternehmen, die neue Pro­duk­te und Geschäftsmod­elle erproben und von inter­diszi­plinär­er Tea­mar­beit sowie ein­er offe­nen Atmo­sphäre prof­i­tieren wollen.

Möglich wer­den kann dies mit ein­er Sanierung und Erweiterung der ehe­ma­li­gen Robot­ron-Kan­tine. Über drei Eta­gen sollen ver­schiedene, eng verzah­nte und sich durch­drin­gende Raum­for­mate dazu dienen, Wis­senschaft und Zivil­bevölkerung, Ver­wal­tung und Unternehmen,  Kun­st und Poli­tik in ein­er offe­nen Werk­statt zusam­men­zubrin­gen, um gemein­sam Ideen zu entwick­eln, zu real­isieren und zu teilen.

„Ein Prob­lem, dem wir in der All­t­agsprax­is mit Unternehmen und Forschung immer wieder begeg­nen ist, dass Akteure zu wenig über die Gren­zen ihrer eige­nen Diszi­plin schauen, Infor­ma­tio­nen nur bes­timmten Grup­pen zugänglich sind und damit inter­es­sante Entwick­lun­gen nicht nach außen drin­gen“, erk­lärt Mar­tin Fiedler, Vor­standsmit­glied von Wir gestal­ten Dres­den. „In der Kul­tur- und Kreativwirtschaft ist das anders. Hier pflegt man eine sehr offene und inter­diszi­plinäre Arbeit­skul­tur, die nicht nur sehr zielführend ist, son­dern oft hoch-inno­v­a­tive Lösun­gen bereithält.“

Auch Jens Krzy­win­s­ki, Pro­fes­sor für Tech­nis­ches Design an der TU Dres­den und WGD-Auf­sicht­sratsmit­glied, sieht hier Bedarf in der säch­sis­chen Lan­deshaupt­stadt: „In Dres­den fehlt es bish­er an einem dauer­haften Ort der Begeg­nung, an dem eine offene Arbeit­skul­tur der Erprobung und Trans­for­ma­tion gelebt wird. Ein solch­er Ort würde Impulse gle­icher­maßen für Forschung und Wirtschaft geben und vie­len beste­hen­den Insti­tu­tio­nen wesentlich mehr Sicht­barkeit verschaffen.“

Recht geben ihm und der Ini­tia­tive dabei nicht nur seine Kol­le­gen der Uni­ver­sität, die sich bere­its jet­zt für das Open Future Lab aussprechen, son­dern auch die Dres­d­ner Bürg­erin­nen und Bürg­er. So ergab eine von Wir gestal­ten Dres­den durchge­führte Umfrage, dass 92% der Befragten die Idee befür­worten, in der Robot­ron-Kan­tine einen der Bürg­er­schaft zuge­wandten Ort entste­hen zu lassen, der Aus­tausch mit der Dres­d­ner Wis­senschafts- und Unternehmer­land­schaft zulässt.

Auch im öffentlichen Sek­tor und in der Pri­vatwirtschaft hat das Open Future Lab bere­its zum jet­zi­gen Zeit­punkt viel Zus­pruch erfahren. Betreiber wie neon­worx und das Impact Hub, Kon­sor­tien wie C³ – Car­bon Con­crete Com­pos­ite oder das Inno­va­tion­snet­zw­erk P R I M E unter­stützen das Pro­jekt eben­so wie die Säch­sis­che Staats‑, Lan­des- und Uni­ver­sitäts­bib­lio­thek SLUB, die Zukun­ftsstad­tini­tia­tive der Stadt Dres­den, das Tech­nolo­gieZen­trum­Dres­den oder SAP.

Wis­senschaft­skul­tur mit Kun­st verbinden

Ein spez­i­fis­ch­er Mehrw­ert des Open Future Labs liegt außer­dem in der Ver­net­zung mit der Kun­st- und Kul­turszene. „Neue Wertschöp­fungs­ket­ten entste­hen nie los­gelöst von Kul­tur, Kun­st und Zivil­bevölkerung in einem isolierten Raum. Sie benöti­gen Impulse aus anderen Diszi­plinen und Inspi­ra­tion“, sagt Juliane Horn, Lei­t­erin der Geschäftsstelle von Wir gestal­ten Dres­den. „Uns ist es darum ein Anliegen, v.a. die Kul­tur- und Kreativwirtschaft in das Konzept des Open Future Labs zu inte­gri­eren und dabei alle Branchen zu fördern.“

Das Open Future Labs inte­griere daher auch ganz bewusst eine Future Gallery, die Kun­st und Wis­senschaft in ein­er Ausstel­lung­sumge­bung vere­int, Pro­to­typen und Demon­stra­toren ausstellt und erk­lärt. „Eben­so sind wir offen für weit­ere Pro­jek­te. Auch die Inte­gra­tion ein­er Galerie der Gegen­wart­skun­st würde sehr gut ins Konzept passen“, ergänzt Juliane Horn weiter.

Einen Baustein dazu und eine Brücke in die tra­di­tion­sre­iche Geschichte des Hause kön­nte der Namensge­ber der Kan­tine machen, denn auch die Robot­ron Daten­bank- Soft­ware GmbH gehört zu den Unter­stützern und würde dem Lab eine Satel­liten-Ausstel­lung zur His­to­rie von Robot­ron zur Ver­fü­gung stellen.

Weit­ere Infor­ma­tion­s­ma­te­ri­alen find­en Sie hier zum Download:

Hin­ter­grund
Der Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft unter­stützt die Ini­tia­tive zum Erhalt und zum neuen Betreiberkonzept für die ehe­ma­lige Robot­ron-Kan­tine in Dres­den. Unser Mit­gliedsver­band Wir gestal­ten Dres­den – Branchen­ver­band der Dres­d­ner Kul­tur- und Kreativwirtschaft hat gemein­sam mit ver­schiede­nen Pro­fes­suren der TU Dres­den und mit Unter­stützung der Ini­tia­tive ost­mod­ern ein Konzept entwick­elt, das sich nicht nur für den Erhalt der Robot­ron-Kan­tine ausspricht, son­dern ein ein­ma­liges Betreiberkonzept entwirft, das Wis­senschaft, Wirtschaft und Kun­st einen Raum gibt, um mit Gesellschaft, Poli­tik und Ver­wal­tung in einen gemein­samen Dia­log zu treten: das Open Future Lab.