Arbeitsräume der Zukunft

Wo kön­nen und wollen wir arbeit­en? Ob in brach­liegen­den Man­u­fak­turen, Indus­triebaut­en, leer­ste­hen­den Ladengeschäften, Gasthöfen oder Gehöften – es gibt zahlre­iche Gebäude und Räume in mit­tleren und kleinen Städten, die sich für die Nutzung durch Kul­tur- und Kreativun­ternehmerIn­nen eignen und in denen das Engage­ment der Kul­tur- und Kreativwirtschaft als Motor des Struk­tur­wan­dels wirkt.

Das Pro­jekt Arbeit­sräume der Zukun­ft: Neues Unternehmer­tum für eine tra­di­tionell gewach­sene Wirtschaft­sre­gion wurde von 06/2019 bis 12/2020 im Rah­men des Mod­el­lvorhabens „Unternehmen Revi­er“ umge­set­zt. In Koop­er­a­tion mit Kreatives Leipzig e.V., Kreativwirtschaft Sach­sen-Anhalt e.V. und RKW Thürin­gen GmbH real­isierte der Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft Sach­sen e.V. als Pro­jek­t­träger das Vorhaben. Im Fokus des Pro­jek­tes standen die Land­kreise im Mit­teldeutschen Revier:

  • Bur­gend­land­kreis
  • Land­kreis Altenburg­er Land
  • Land­kreis Anhalt-Bitterfeld
  • Land­kreis Mansfeld-Südharz
  • Land­kreis Nordsachsen
  • Land­kreis Leipzig
  • Saalekreis
  • Stadt Halle
  • Stadt Leipzig

Im Ergeb­nis ist die Web­site www.kreativorte-mitteldeutschland.de ent­standen, die auch nach dem Förderzeitraum vom Pro­jek­t­träger weit­erge­führt wird.

Problemstellung

In einem Inter­view vom 05.01.2021 spricht Gerd Lands­berg, Haupt­geschäfts­führer des Deutschen Städte- und Gemein­de­bun­des, von seinen Befürch­tun­gen eines sich durch die Coro­n­akrise fort­set­zen­den, wenn nicht sog­ar beschle­u­ni­gen­den „Verödungsprozess[es] unser­er Innen­städte“ (RNZ 2021). Und bere­its im April 2020 äußerte der Han­delsver­band Deutsch­land seine Bedenken um den Einzel­han­del und sprach davon, dass rund 50.000 Geschäftss­chließun­gen dro­ht­en (vgl. HDE 2020), da viele die Krise auf län­gere Zeit hin nicht über­ste­hen werden.

Dies zeigt, dass vor allem in struk­turschwachen Klein- und Mit­tel­städten die weit­ere Verö­dung der Innen­stadt dro­ht (Quelle). Nicht erst durch Covid-19 wird eben in diesen Städten , der soge­nan­nte Donut-Effekt spür­bar. Inner­städtis­ch­er Leer­stand von Büro- und Han­dels­flächen wird durch Abwan­derung und zunehmenden Online­han­del sowie Shop­ping­cen­ter in Gewer­bege­bi­eten her­vorgerufen. Diese Dynamik führt zu ein­er Aus­dün­nung des betrof­fe­nen innen­städtis­chen Raums. Auf der anderen Seite beste­ht vor allem steigen­der Flächen­druck in Großstädten, her­vorgerufen durch Zuzug und Miet­steigerun­gen. Auch hier bieten inner­städtis­che Freiräume neues Entwick­lungspoten­zial. Vor dem Hin­ter­grund suchen Kom­munen, Stadtplaner*innen, Kreative und viele lokale Akteur*innen nach inno­v­a­tiv­en, langfristi­gen Strate­gien zur Bele­bung der Innen­stadt, und vor allem nach neuen agilen Arbeits- und Lebens­for­men, nach Co-Work­ing-Spaces und Orte des gemein­schaftlichen Lebens.

Ziel

Ziel des Pro­jek­tes war es, Impulse für eine Mod­ernisierung des Mit­teldeutschen Reviers zu geben. Das Pro­jekt zeigt auf, wo es (Frei)räume gibt, die das Poten­zial haben, neue Nutzungs­for­men zu ermöglichen. Zudem wur­den beste­hende, etablierte Kreativräume vorgestellt, die einen Vor­bild­charak­ter für entste­hende Objek­te sein können.

Ergebnis

Im Rah­men des Vorhabens wur­den etablierte Kreativorte und entste­hende Räume in der Region recher­chiert und auf ein­er Web­site präsen­tiert, um diese nach­haltig sicht­bar zu machen. Das Ergeb­nis ist die Web­site Kreativorte-Mit­teldeutsch­land. Auf der Web­site find­en sie ver­schiedene Rubriken:

  • Inspi­ra­tion
  • Mit­machen
  • Über uns
  • Wis­senswertes

Die Ver­mit­tlung an Kul­tur- und Kreativschaf­fende erfol­gt durch dig­i­tale Vis­itenkarten. Die Räume wer­den anhand von Fotos, kurzen Clips und mit Geschicht­en hin­ter den Räu­men ziel­grup­pen­spez­i­fisch auf­bere­it­et. Neben den Poten­zialob­jek­ten (unter Punkt Mit­machen) wer­den zusät­zlich bere­its beste­hende Kreativorte der Region vorgestellt (unter Punkt Inspi­ra­tion), Pro­jek­te, die Räume durch Kun­st, Kul­tur- und Kreativwirtschaft bere­its belebt und nutzbar gemacht haben. Dabei wird über die dahin­ter­ste­hen­den Orte und Macher*innen informiert, um bere­its erfol­gre­iche Pro­jek­te und Wege zur Pro­jek­tum­set­zung und ‑finanzierung aufzuzeigen. So wird die Sicht­barkeit der Räume gesteigert, Freiräume wer­den revi­tal­isiert, neue Koop­er­a­tions- und Ver­net­zungs­for­men ermöglicht und das Mit­teldeutsche Revi­er wird somit ins­ge­samt gestärkt und als Lebens- und Arbeits­stan­dort auch für andere Branchen attraktiver. 

So kön­nen Eigentümer*innen über ihre (leer­ste­hen­den) Poten­zialob­jek­te unter der Rubrik “Mit­machen” informieren und Interessent*innen über die Plat­tform mit den (öffentlichen oder pri­vat­en) Immobilienbesitzer*innen in Kon­takt treten. Dadurch wer­den neue Nutzun­gen in einem inno­v­a­tiv­en und zukun­fts­fähi­gen Bere­ich angeregt. 

Darüber hin­aus wer­den unter der Rubrik Wis­senswertes Akteur*innen und Pub­lika­tio­nen vorgestellt, die in Sach­sen, Mit­teldeutsch­land wie auch auf Bun­de­sebene aktiv sind. Durch diese Wis­sensver­mit­tlung kön­nen neue Net­zw­erke von Akteur*innen angestoßen wer­den, die an der Wieder­bele­bung und Umnutzung von leer­ste­hen­den Gebäu­den arbeiten.

Das Pro­jekt wurde auf ver­schiede­nen Ver­anstal­tun­gen vorgestellt und erhielt viel pos­i­tive Resonanz:

23.01.2020 Halle/Saale:  Jahre­sauf­takt 2020 — kreative Räume der Zukunft
24.01.2020 Eilen­burg: Net­zw­erk­tr­e­f­fen Wirtschaftsförderung
15.05.2020 online: 2. Net­zw­erk­tr­e­f­fen Co-Work­ing (LAG LeipzigerMuldenland)
17.07.2020 online: 3. Net­zw­erk­tr­e­f­fen Co-Work­ing (LAG LeipzigerMuldenland)
08.09.2020 online: Thak-Forum 2020


Auch auf der Online-Ver­anstal­tung Home­TownOf­fice wurde
Arbeit­sräume der Zukun­ft vor ver­schiede­nen Co-Work­ing-Pro­jek­ten präsen­tiert, wodurch neue Net­zw­erke und Kon­tak­te entstanden.

Kontakt

Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft Sach­sen e.V.
Pro­jekt Arbeit­sräume der Zukunft
Kraftwerk Mitte 7
01067 Dresden

Ansprechpartnerin

Lisa Barthels

Lisa Barthels (lisa.barthels@lvkkwsachsen.de)

 

Dieses Pro­jekt wird gefördert durch:

Förderlogos

Bil­drechte: Mörs­berg­er & Naf­fin / Schacht Dölitz