Ver­bund­pro­jekt zu neuen Arbeits­for­men in ländlichen Räu­men gestartet

Wie kann das Mod­ell gemein­schaftlich genutzter Arbeit­sorte zur Regiona­len­twick­lung in struk­turschwachen Regio­nen beitra­gen? Dieser Frage wird eine Forscher­gruppe am Leib­niz-Insti­tut für Län­derkunde in den kom­menden vier Jahren gemein­sam mit Pro­jek­t­part­nern in Deutsch­land, Öster­re­ich, Ital­ien, Frankre­ich und Griechen­land nachgehen.

Offene, dig­i­tal ver­net­zte und gemein­schaftlich genutzte Arbeit­sorte liegen in den Großstädten schon lange im Trend. Jet­zt begin­nen die ländlich-periph­eren Regio­nen der EU nachzuziehen. Die Coro­na-Pan­demie gibt dieser Entwick­lung zusät­zlichen Schwung. Wie die Poli­tik soge­nan­nte Col­lab­o­ra­tive Work­spaces (CWS) unter­stützen und in Prozesse der Regiona­len­twick­lung ein­binden kann, wollen inter­na­tionale Pro­jek­t­teams in den kom­menden vier Jahren gemein­sam ausloten.

An dem neuen EU-Pro­jekt mit dem Kurzti­tel „CORAL“ beteili­gen sich rund 25 Experten aus Wis­senschaft und Prax­is. Das Pro­jekt bildet zudem 15 junge Nach­wuchs­forschende zu Fach­leuten aus. Sie sollen später vor Ort über die Bedeu­tung von CWS für Beschäftigte, Unternehmen und Entschei­dungsträger informieren und alter­na­tiv­en Arbeits­for­men in ländlich-periph­eren Regio­nen den Weg ebnen.

Drei der ins­ge­samt 15 Pro­jek­te wer­den über die Graduierten­schule Glob­al and Area Stud­ies (GSGAS) der Uni­ver­sität Leipzig in Zusam­me­nar­beit mit dem Leib­niz-Insti­tut für Län­derkunde (IfL) und dem Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft Sach­sen e. V. betreut. IfL-Pro­jek­tleit­er Thi­lo Lang: „Wir beschäfti­gen uns mit alter­na­tiv­en Vorstel­lun­gen für neue Arbeit­sorte, die mit rur­ba­nen Lebensstilen in Verbindung ste­hen und ent­ge­gen gängiger Annah­men häu­fig in ländlichen Räu­men verortet sind. Zudem wollen wir Hand­lungsempfehlun­gen erar­beit­en, die den Wan­del der Arbeitswel­ten aus Sicht der ländlichen Räume pro­duk­tiv gestal­ten können.“

Mar­ti­na Keil­bach sieht die Graduierten­schule Glob­al and Area Stud­ies als ide­ale Ergänzung zu der prax­is­na­hen Experte­naus­bil­dung im Rah­men von CORAL. „Gle­ichzeit­ig kön­nen wir aus der Beteili­gung an diesem inter­na­tionalen Graduierten­pro­gramm viel ler­nen“, so die GSGAS-Koor­di­na­torin. Chris­t­ian Rost vom Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft Sach­sen ver­spricht sich starke Impulse für die Entwick­lung der ländlichen Regio­nen im Freis­taat. Man beobachte schon länger das große Engage­ment viel­er Akteure in ländlichen Regio­nen mit dem Ziel, neue Arbeits­for­men auch dort zu etablieren. Es fehle aber noch wichtiges Hin­ter­grund­wis­sen, damit solche Ini­tia­tiv­en zukün­ftig erfol­gre­ich umge­set­zt wer­den kön­nen. Das Forsch­er-Erstaus­bil­dungsnetz „Explor­ing the impacts of col­lab­o­ra­tive work­spaces in rur­al and periph­er­al areas in the EU – CORAL“ wird von der Europäis­chen Union im Rah­men der Marie-Curie-Maß­nah­men für den Zeitraum von vier Jahren gefördert und von der Pan­teion-Uni­ver­sität in Athen koor­diniert. Noch bis zum 14. März 2021 kön­nen sich Hochschu­la­b­sol­ven­ten auf das Pro­gramm bewerben.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und Online-Bewerbung:
https://coral-itn.eu/

Ansprech­per­so­n­en:

  • Dr. Thi­lo Lang / Leib­niz-Insti­tut für Län­derkunde, t_lang@leibniz-ifl.de
  • Ste­fanie Engler / Lan­desver­band der Kul­tur- und Kreativwirtschaft Sach­sen e. V., stefanie.engler@lvkkwsachsen.de
  • Dr. Mar­ti­na Keil­bach / Uni­ver­sität Leipzig, keilbach@uni-leipzig.de

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